
2012
2012
-
Mara, Mythen und Musik
Donnerstag, 1. März 2012
20:00 bis 22:00
Detmolder Sommertheater
MARA, MYTHEN UND MUSIK
Eine musikalische Lesung aus der Fantasy-Trilogie
MARA UND DER FEUERBRINGER
von und mit
Tommy Krappweis
und
DUIVELSPACK
Aus der Beschäftigung mit der germanischen Mythologie wegen der Recherche für eine TV-Serie entstand nach Hunderten von Drehbüchern (u.a. Pro7 Märchenstunde) der erste Roman des Ex-RTL Samstag Nacht Comedians und Bernd-das-Brot-Erfinders Tommy Krappweis. „Mara und der Feuerbringer“ ist laut Presse eine ungewöhnliche Fantasy-Trilogie „zwischen Harry Potter, Da Vinci Code und nordischer Mythologie“ gewürzt mit dem ganz speziellen Humor des Autors.
Der Grimmepreis-Träger stellt seine nun abgeschlossene Trilogie vor und präsentiert dabei auf höchst unterhaltsame Weise fundiertes Wissen zur germanischen Mythologie sowie erstaunliche Fakten über deren Reste in der heutigen Zeit. Er bringt seine Zuhörer zum Lachen und Staunen und am Ende liest er sogar noch etwas vor.
Und hier ist der Trailer zum Buch zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=irLzStQF6i0
Zu hören ist im Trailer die Musik von Duivelspack, die diesen Abend gemeinsam mit Tommy Krappweis gestalten werden. Inspiriert durch Balladen und Gassenhauer aus alter Zeit entführen die drei Musiker das Publikum in die Tavernen des Mittelalters, in die Badestuben, auf Schlachtfelder und über Wiesen und Felder mit der Liebsten. Auch Teile aus dem „germanischen“ Musikprogramm werden zu hören sein. Duivelspack über sich selbst: „Wir lieben das Musizieren, Reisen und Menschen begegnen und haben Spaß an unserem Tun, denn nur wer lacht, vergisst den Dreck hinter seinem Rücken.“
Was genau geschehen wird, wenn sich Tommy Krappweis und Duivelspack eine Bühne teilen, lässt sich nur schwer bis gar nicht vorhersagen. Aber eines ist sicher: es wird ein unvergesslicher, lustiger, unterhaltsamer und musikalischer Abend.
2012
01.März 2012:
gemeinsamer Auftritt mit Duivelspack in Detmold
19:30 Uhr im Sommertheater in Detmold – Detmolder Sommertheater
10.März 2012:
Premiere "Das Vorzelt zur Hölle"
20:00 Uhr im Bachbett in München – Bachbett
16.März 2012:
"Mara und der Feuerbringer"
11:00 Uhr Lesung auf der lit.cologne in Köln – lit.cologne
17.März 2012:
"Das Vorzelt zur Hölle"
11:30 Uhr im Leipzig-liest-Forum – Leipzig liest
17.März 2012:
"Das Vorzelt zur Hölle"
21:00 Uhr im Café Puschkin (Leipzig) – Café Puschkin
18.März 2012:
"Mara und der Feuerbringer"
13:00 Uhr in der Fantasy-Lese-Insel – Leipziger Buchmesse
23.März 2012:
"Das Vorzelt zur Hölle"
20:00 Uhr im Café Ludwigs in München – Café Ludwigs
26.März 2012:
"Das Vorzelt zur Hölle"
20:00 Uhr im Kookaburra (Berlin) – Kookaburra
02.Mai 2012:
"Das Vorzelt zur Hölle"
20:00 Uhr in der Stadtbibliothek Rees
03.Mai 2012:
"Das Vorzelt zur Hölle"
20:00 Uhr im Rotationstheater (Remscheidt) – Rotationstheater
05.-07.Okt 2012:
Diverse Lesungen und Vorträge
RingCon (Bonn) – RingCon
2012
18.01.2012, 20:00 Uhr in der Stadt- Bücherei in Rees. http://www.stadt-rees.de/
19.01.2012, 20:00 Uhr im Stiftskeller zu Neus.
http://www.stiftskeller-neuss.de/index.php
20.01.2012, 18:30 Uhr im Unlicht in Düsseldorf. http://www.unlicht.com/
21.01.2012, 14:00 Uhr im Goldfischzahn in Mönchengladbach. http://goldfischzahn.de/
21.01.2012, 20:00 Uhr in der Lichtburg in Wetter. http://www.lichtburg-wetter.de/
Für alle Mara Freunde oder die es noch nicht sind eine Buchvorstellung von unseren
Freunde Ilona und Sina www.glimmerfee.de
2012
Hallo die erste Termine für Tommy stehen 2012 an
18.01.2012
20:00 Uhr
Maralesung Bibliothek
Rees

Weitere Infos findet ihr auch hier
http://www.rees-erleben.de/index.asp?Ueb=3&Kategorie=Stadtb%FCcherei
Wie immer sind alle Termine ohne Pistole oder Gewehr
Euer
Dr.Bob-Dirk
2011
Wünschen Tommy und seinen Fans einen guten Rutsch in Jahr 2012.
Danke das Ihr auch 2011 uns besucht habt
2011
Der Adfent
aus einem Schüleraufsatz
Der Adpfent ist die schönste Zeit im Winter. Die meist’n Leut haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber. Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung und man schreibt sie mit K.
Drei Wochen bevor das Christkindl kommt, stellt Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen mithelfen.
Viel Krippen sind langweilig, aber die unsere nicht, weil wir haben mords tolle Figuren darin.
Ich habe einmal den Josef und das Christkindl auf den Ofen gestellt, damit sie es schön warm haben und es war ihnen zu heiß. Das Christkindl ist schwarz geworden und den Josef hat es in lauter Trümmer zerrissen. Ein Fuß von ihm ist bis in den Plätzlteig geflogen und es war kein schöner Anblick. Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor meiner Blödheit sicher sind.
Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut es nicht gut aus. Aber ich habe gottseidank viele Figuren in meiner Spielkiste und der Josef ist jetzt Donald Duck.
Als Christkind wollte ich den Asterix nehmen, weil der ist als einziger so klein, dass er in den Futtertrog gepasst hätte. Da hat meine Mama gesagt, man kann doch als Christkindl keinen Asterix hernehmen, da ist ja das verbrannte Christkindl noch besser. Es ist zwar schwarz, aber immerhin ein Christkindl.
Hinter dem Christkindl stehen zwei Ox’n, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Saurier habe ich hineingestellt, weil der Ox und der Esel waren mir allein zu langweilig.
Links neben dem Stall kommen gerade die heiligen drei Könige daher. Ein König ist dem Papa im letzten Adpfent beim Putzen heruntergefallen und er war dodal hin. Jetzt haben wir nur mehr zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz.
Normal haben die heiligen Könige einen Haufen Zeug für das Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich. Von den unseren hat einer anstatt Gold ein Kaugummipapierl dabei, das glänzt auch schön. Der andere hat eine Marlboro in der Hand, weil wir keinen Weihrauch haben. Aber die Marlboro raucht auch schön, wenn man sie anzündet.
Der heilige Batmann hat eine Pistole dabei. Das ist zwar kein Geschenk für das Christkindl, aber damit kann er es vor dem Saurier beschützen.
Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein kaasiger Engel. Dem Engel ist ein Fuß abgebrochen, darum haben wir ihn auf ein Motorrad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Motorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt.
Rechts neben den Stall haben wir ein Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Weißbier für die Oma dabei. Einen Wolf haben wir nicht, darum lurt hinter dem Baum ein Bummerl als Ersatz-Wolf hervor.
Mehr steht in unserer Krippe nicht, aber das reicht voll. Am Abend schalten wir die Lampe an und dann ist unsere Krippe erst so richtig schön. Wir sitzen so herum und singen Lieder vom Adpfent. Manche gefallen mir, aber die meisten sind mir zu lusert. Mein Opa hat mir ein Gedicht vom Adpfent gelernt und es geht so:
"Adpfent, Adpfent, der Bärwurz brennt.
Erst trinkst oan, dann zwoa, drei, vier,
dann hautsde mit deim Hirn an’d Tür!"
Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat Muata g’sagt, dass ich es mir nicht merken darf.
Bis man schaut, ist der Adpfent vorbei und Weihnachten auch und mit dem Jahr geht es dahin. Die Geschenke sind ausgepackt und man kriegt vor Ostern nichts mehr, höchstens wenn man vorher Geburtstag hat.
Aber eins ist g’wiss: Der Adpfent kommt immer wieder.
In diesem Sinn wünsche ich Euch allen einen scbönen 2.Advent
Elise
*Bärwurz ist ein Kräuterschnaps aus dem Bayerischen Wald
Vergesst auch nicht den Tommylender
http://tommy-krappweis.de/Kalender/kalender01-15b.htm
Euer Dr.Bob
2011
Advent im Bayrischen Wald
Autor: Toni Lauerer
Eine kleine Weihnachtsgeschichte vom Huber Seppi, einem 10-jährigen Jungen aus dem Unterland Bayerns.
Der Adpfend ist de schönste Zeit im Winta.
De meisten Leit habm im Winta a Grippe. De is mit Fieber.
Mir hom a oane, owa de is mit Beleichtung und man schreibst mit ´K´.
Drei Wocha bevor´s Christkindl kimmt, stellt da Pappa de Kripp´m im Wohnzimma auf und mei kloane Schwesta und i derma mithelfa.
Kripp´m san langweile.
Owa de unser ned, wei mia habm mordstolle Figurn drin. I hob amoi an Josef und s´Christkindl auf´n Ofa g´stellt, dass ses sche warm habm – und des war eahna z´hoass. S´Christkindl is schwarz worn und an Josef hats in lauta Trümma zrissn. Oa Fuaß vo eahm is bis in Platzldoag g´flogn und des war koa schöna Anblick. MeiMamma hat mi g´schimpft und g´sogt, das ned amoi de Heiligen vor meiner Bledheit sicha sand. Wenn d´Maria ohne Mo und ohne Kind herumsteht, schaugst nedguat aus.
Owa i hob Gott seidank vej Figurn in meina Spuikistn – und da Josef is jetzt da Donald Duck. Ois Chistkindl woit i an Asterix nehma, wai der so kloa is, daß er in denFuadertrog paßt.
Owa da hot d´Mama g´sogt, ma ko doch ois Chistkindl koan Asterix hernehma, do is ja no as verbrennte Christkindl bessa. Es is zwar schwarz, owa immerhin no a Christkindl.
Hintan Christkindl stehnan zwoa Oxn, a Esl, a Nilpferd und a Brontosaurier. Des Nilpferd und den Saurier hob i hig´stellt, wei da Ox und da Esl warn ma z´langweili.
Links neba den Stoi kemman grod de heilign drei König daher. Oa König is an Papa im letzten Adpfend beim Putzn owe g´foin und er war total hi. Jetzt hama nur mehr zwoa heilige Könige und an heiligen Batman als Ersatz.
Normal homand de heiligen Könige an haufa Zeig für´s Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree – oda so ähnlich … Vo de unsan hod oana anstatt Goida Kaugummipapierl dabei, des glänzt so schö. Da anda hot a Marlboro in da Hand, wei ma koan Weihrauch ham. Owa de Marlboro raucht a schö, wenn mas ozündt. Da heilige Batman hat a Pistoin dabei. Des is zwar koa G´schenk füa a Christkindl, owa damit konn er´s vom Saurier beschütz´n.
Hinta dene drei Heilige san a por rotheitige Indiana und a kaasiga Engl. Den Engl is a Fuaß obbrocha, drum haman auf a Motorradl g´setzt, daß er si leichta tuat. Mit´n Motorradl kann er fahrn, wenn er grod net fliagt.
Rechts neban Stoi habma a Rotkäppchen hig´stellt. Si hod a Pizza und drei Weißbier füa d´Oma dabei. An Woif hama ned, drum lurt unta am Baam a Bummerl oisErsatzwoif viara.
Mehr steht in unsara Kripp´m ned drin, owa des reicht a. Auf d´Nacht schoit mas Liacht ei und dann is unsa Kripp´m erscht so richte schö. Mia sitz ma olle do und sing ma Liarda vom Adpfend. Manche gfoinma, owa de meistn san ma z´luasat.
Mei Opa hot ma amoi a Gedicht vom Adpfend glernt, du des geht so:
Adpfend, Adpfend, da Bärwurz brennt,
erscht dringst oan, dann zwoa, drei, vier,
dann hauts´te mit dem Hirn an d´Tür.
Obwohl des Gedicht recht sche is, hot d´Muata gsogt, das i mir´s ned merka deaf.
Bis ma schaut, is da Adpfend voabei und d´Weihnacht a und mit dem Johr geht´s dahi. D´Gschenk san auspackt und man griagt vor Ostern nixmehr, höx´tns an Geburtstag
Owa oans is gwiß – da Adpfend kimmt olawei wieda !!!
Wünsche allen einen schönen ersten Advent
Euer Dr.Bob Dirk
2011
Der Tommylender 2011 ist für Euch fertig
Viel Spass
Euer Dr.Bob Dirk
2011

„Man denkt jetzt: Walküren sind dicke Frauen die laut singen und am Schluss umfallen.“
Phantastik-Couch.de:Tommy, tolle Lesung!
Tommy Krappweis:DANKE! Ich habe sogar ein Stück gelesen! (Anmerkung der Redaktion: Tommy Krappweis hat auf der Role Play Convention in Köln einen Mix rund um „Samstag Nacht“, „Bernd das Brot“ und Stand up Comedy präsentiert, bevor er aus „Mara und der Feuerbringer“ vorgelesen hat.)
Phantastik-Couch.de: Du hast ja im Bereich TV und Entertainment schon so ziemlich alles gemacht: Schauspiel, Stunt, Musik, Comedian und Produktion. Wie kam es, dass Du jetzt auch noch Fantasy-Autor wurdest?
Tommy Krappweis: Dazu möchte ich erstmal folgendes sagen: Wenn man viele Dinge macht, heißt es noch lange nicht, das sie auch gut sind. Jeder Mensch kann all das machen, die Frage ist nur ob das dann jemand hören, lesen oder sehen will. Zu der Fantasy kam ich, weil ich die schon immer gern gelesen habe. Ich bin ein großer Fan von Tolkien, Donaldson und Philip José Farmer und natürlich von Douglas Adams und Terry Pratchett. Der Sender ProSieben bat um ein Konzept für eine Mystery-Serie, aus der aber nichts wurde, weil der Inhalt mit einer 14-jährigen Hauptdarstellerin zu ungewöhnlich für eine 20.15-Uhr-Serie war. Und so wurde ein Buch daraus, weil der Inhalt irgendwie aus meinem Kopf heraus musste.
Phantastik-Couch.de: Nun beschäftigt sich die Geschichte um „Mara“ mit germanischer Mythologie, einem Thema, das bisher vor allem britische Fantasy-Autoren verwendet haben. Hast Du Dir diese Autoren zum Vorbild genommen oder war das schon immer ein Steckenpferd von Dir?
Tommy Krappweis: Nicht nur die Briten, Wolfgang Hohlbein hat ja auch schon einiges zur Germanischen Mythologie geschrieben. Nein. Ich habe mich immer schon für Fantasy und die Mittelalter-Historie interessiert. Aber bei mir ist es so, das ich mich erst dann in ein Thema einarbeite, wenn ich etwas damit machen kann. Es gibt viele Leute, die viele Dinge wissen, einfach um sie zu wissen. Ich wünschte, ich wäre so, aber das bin ich nicht. In dem Moment, wo es hieß:„Schreib doch mal eine Mystery-Serie“, habe ich mich intensiv um ein Thema bemüht, das zumindest im Fernsehen noch kein anderer beackert hat. Und dann habe ich mich hineingekniet, einfach weil es spannend ist, zu erfahren, warum der Dienstag Dienstag heißt, Das fand ich toll
Tommy Krappweis
- der Autor
- Rezension im März 2011
Phantastik-Couch.de: Du hast Deinen Roman so angelegt, das er auch Wissen über germanische Sagen und Legenden zu vermittelt. Stellst Du den Anspruch an Fantasy-Literatur, das sie auch belehren soll oder belehren darf?
Tommy Krappweis: Belehren darf, ja. Ich stelle an nichts Unterhaltendes auf der Welt den Anspruch, dass es mich belehren muss. Aber in diesem speziellen Fall bot es sich an und machte die Geschichte unterhaltsamer und spannender. Wenn ich einen „Herr der Ringe“ lese, dann wäre das, woraus ich dazu etwas lernen kann, das Silmarillion – und umgekehrt. Es macht aber Spaß zu erfahren, woher Tolkien das alles hat. Es macht mir auch Spaß, z.B. ein Nicht-Fantasy Buch wie „DaVinci Code“ zu lesen und nachher zu gucken, ob Jesus wirklich Nachfahren hatte. In unserem speziellen Fall fand ich es spannend, einen realen Menschen wie die Mara zu haben, die mitten in unserem Leben steht und mit Themen zu tun hat, die immer noch durch eine uralte Religion leben. Und drum herum eine spannende Geschichte zu schreiben, die hoffentlich auch noch ein bisschen witzig ist.
Phantastik-Couch.de: Wie hast Du Deine Hauptfigur „Mara“ entdeckt und entwickelt?
Tommy Krappweis: Durch den Weg der Vermeidung, indem ich einfach alle gängigen Klischees vermieden habe. Ich wollte keinen 25-30-jährigen Helden, ich wollte vielmehr jemanden, den es in der Form noch nicht gab. Natürlich gibt es einige 14-jährige Helden. Aber es gibt wenige, die keinen Bock haben, die alles hinterfragen. Die so etwas von sich denken wie: „oh - jetzt wollte ich eigentlich einen coolen Spruch darauf machen – hat irgendwie nicht so geklappt“. So jemanden wollte ich haben.
Phantastik-Couch.de: Hat sich Deine Hauptfigur während des Schreibens auch selbständig gemacht?
Tommy Krappweis: Ja, das ist ungefähr ab Seite 5 oder 6 passiert. Da hat Mara angefangen, zu sprechen und ich musste nur noch mitschreiben. Das war ganz extrem. Oft ging es mir so, das ich nicht schnell genug tippen konnte, weil die Mara wieder mit irgend etwas losballerte. Ich kam gar nicht dazu, diese Zwischensätze wie er/sie sagte/antwortete dazwischen zu schreiben, sondern schrieb einfach erstmal den Dialog herunter. Sehr bizarr und sicher nicht gesund.
Phantastik-Couch.de: Gibt es – außer für die Figur des Prof. Weissinger die Deines Beraters Prof. Simek – noch andere Protagonisten, die ein real existierendes Vorbild haben?
Tommy Krappweis: Der Weissinger wurde immer mehr zu Simek, das war am Anfang noch gar nicht so. Durch die Zusammenarbeit wurden sie fast wie ein und dieselbe Person, mit der Ausnahme, dass der Weissinger keinen Wiener Akzent spricht. Aber es gibt noch andere Figuren mit realen Zügen. Mara hat sehr viel von mir, z.B. dieses „Alien“-Gefühl und die Fragen die sie immer hat: „Bin ich blöd, oder sind es alle anderen, oder sind wir alle blöd und nur ich sehe es?“. Die Tatsache, dass ihr seltsame Dinge auffallen, die sie dann originell benennt, das sind Sachen, die auch mir Spaß gemacht haben. Andere Personen habe ich bis auf die Namen 1:1 kopiert. Zum Beispiel kommt in Band zwei „Das Todesmal“ ein Museum im Osnabrücker Land vor. Die Leute, die ich im Buch beschreibe, sind genau die, die dort wirklich arbeiten und mir sehr geholfen haben.
Phantastik-Couch.de: Wie muss man sich die Recherche zu einem Wicca-Seminar vorstellen? Hast du selbst an einem teilgenommen?
Tommy Krappweis: Gott sei Dank habe ich mir das nicht antun müssen. Aber eine Ex-Freundin von mir, deren Namen ich natürlich nicht öffentlich nennen werde, die Judith heißt [lacht], deren Mutter hat sie wirklich zu solchen Veranstaltungen mitgenommen. Unter anderem zu einem Baumsprechseminar.
Phantastik-Couch.de: Im zweiten Teil der Serie „Das Todesmal“ vermischen sich Real- und Mythenwelt wesentlich mehr als im ersten Teil. Warum ist das so und ist das ein Trend, der sich im Finale noch fortsetzen wird?
Tommy Krappweis: Das ist der große Spaß, es verschränkt sich immer mehr. Am Anfang wollte ich den Leser ein wenig hineinführen, zum Beispiel dadurch, dass in einer „Vision“ ein Tor in die Realität geschaffen wird. Und danach wird immer extremer vermischt, schon dadurch, dass Mara mehr Kräfte bekommt. Das lag auch daran, dass der Autor der Bücher sich immer mehr in die Technik eingearbeitet hat. Mit der, nennen wir es mal Physik der Anderswelt immer mehr spielen konnte.
Phantastik-Couch.de: Esoterische alleinerziehende Mütter scheinen im Trend zu liegen, so eine tritt z.B. auch in Oliver Dierssens „Fausto“ auf. Wie kam es dazu?
Tommy Krappweis: Das tut mir aber leid.
Phantastik-Couch.de: Für wen?
Tommy Krappweis: Für die Tochter! (Anmerkung der Redaktion, T.K. hat "Fausto„ nicht gelesen. Der “Leidtragende" in dem Buch ist ein Sohn)
Phantastik-Couch.de: Habt ihr vielleicht mal Ideen ausgetauscht und zufällig beide verwendet?
Tommy Krappweis: Nein, aber ich denke, das ist ein Thema, das einfach in der Luft liegt. Wenn ich auf einen Wochenmarkt gehe, dann konnte ich dort vor 10 Jahren nicht selbstverständlich Räucherwerk für schwarze und weiße Magie kaufen. Heute ist das kein Problem mehr. So liegt das Thema Esoterik einfach in der Luft und der Autor von „Fausto“ hat einfach Recht, wenn er es auch beackert.
Phantastik-Couch.de: Außerdem fällt auf, dass Du den Wagner und sein Werk etwas spöttisch betrachtest, z.B. als „Operettengott“. Was hast Du eigentlich gegen Wagner?
Tommy Krappweis: Aber ich habe doch gar nichts gegen den Wagner! Über seine künstlerische Leistung braucht man nicht zu diskutieren, die ist ja nun einmal da. Er hat damals vorhandenes Material genommen, verändert und damit Neues geschaffen, was z.B auch Hohlbein macht. Der Unterschied zwischen Wagner und Wolfgang Hohlbein ist aber der, das über das, was Wolfgang Hohlbein schreibt, niemand behauptet, es sei Fakt. Das ist heute bei Wagner anders und man denkt jetzt: Walküren sind dicke Frauen, die laut singen und am Schluss umfallen. Dabei sind sie eigentlich die Vorläufer der Engel, ätherische Wesen. Und so gibt es bei ihm ganz viele solcher Verzerrungen, wie z.B. der Riss des Schicksalfadens. (in der „Götterdämmerung“ – „Ring des Nibelungen“), die seltsamen Namensveränderungen oder Odins Fällen der Weltesche. Es ist natürlich ok, dass Wagner den Stoff interpretiert. Das Problem ist nur, dass sein Werk schließlich die wahre Historie überdeckt hat. Dazu kamen die ganzen Deutschtümler (wovon Wagner nun auch nicht so weit weg war) und dann noch die Nazis, die diesen Effekt noch einmal potenziert haben. Und das ist es was mich nervt, wofür aber der Wagner nur bedingt etwas kann.
Phantastik-Couch.de: Wie erlebst Du Inspirationen? Was inspiriert Dich für Szenen in einer Romanhandlung?
Tommy Krappweis: Ehrlich gesagt ist es ganz banal, ich setzte mich einfach hin und mache es. Für größere Werke wie Drehbücher oder Romane schreibe ich natürlich vorher eine Storyline. Beim eigentlichen Schreibprozess fallen mir noch Dinge ein und die dazu kommen. Aber es ist mir noch nie passiert, das ich mir gedacht habe: „Mensch, man müsste doch mal…“. Es gibt Leute, die das können und so arbeiten, aber bei mir ist das nicht so. Ich muss mich hinsetzen und einfach anfangen, zu schreiben und dann passiert es halt.
Phantastik-Couch.de: Die „Mara“-Reihe wirst Du ja mit dem dritten Band beenden. Schreibst Du momentan daran?
Tommy Krappweis: Wie verrückt.
Phantastik-Couch.de: Kannst Du ein klitzekleines Detail verraten, auf das sich der Leser im Finale freuen kann?
Tommy Krappweis: Kann ich: Es wird auch hier Eichhörnchen geben. Zweitens: Es wird eine Götterdämmerung geben. Und es ist nicht alles, so wie es scheint. Und es gibt in Band drei eventuell so etwas, was man beim Film als „Love interest“ bezeichnet. Das wurde schon zwei mal angedeutet, jetzt könnte es vielleicht klappen.
Phantastik-Couch.de: Gerade in der Lesung hast du erzählt, das „Bernd das Brot“ endlich verfilmt wird. Gibt es auch Pläne, die „Mara“-Abenteuer zu verfilmen?
Tommy Krappweis: Es gibt sehr konkrete Pläne und sehr konkrete Interessenten, wir sitzen sogar schon an den konzeptionellen Arbeiten dazu. Aber da es mehrere Interessenten gibt, kann ich im Moment niemanden nennen. Es sind aber alles Leute, von denen man schon gehört hat.
Phantastik-Couch.de: Hast Du weiterhin schriftstellerische Ambitionen, oder wirst Du Dich wieder anderen Herausforderungen widmen?
Tommy Krappweis: Auch das. Aber ich bin jetzt gerade mit einem anderen Buch fertig geworden, was ich geschrieben habe. Etwas biographisches und es heißt „Das Vorzelt zur Hölle“ Da erzähle ich über die grausigen Campingurlaube in meiner Kindheit. Meine Urlaubsgeschichten mit meinem Vater, der einfach Camping ganz toll fand und ich fand Camping immer …..scheiße. Zusammengefasst. Diese Geschichte erscheint im Herbst.
Phantastik-Couch.de: Tommy, DANKE Dir für das Interview und noch viel Spaß auf der RPC.
Tommy Krappweis: Danke auch, hab ich!
Dieses Interview erscheint sowohl auf Phantastik-Couch.de, als auch auf.Jugendbuch-Couch.de Die Fragen und Antworten wurden zum Teil an die jeweiligen Zielgruppen der Portale angepasst. Wer also in den Genuss des gesamten Gesprächs kommen möchte, dem sei das Tommy Krappweis Interview auf der Jugendbuch-Couch ans Herz gelegt.
Das Gespräch führte Eva Bergschneider in Zusammenarbeit mit Tom Orgel am 7. Mai 2011 auf der Role Play Convention in Köln
Danke an http://www.phantastik-couch.de/interview-mit-tommy-krappweis.html